Das Team ist aus der Hölle zurückgekehrt!

März 14th, 2011 by Andi

Zwei Tage nach dem harten Fight auf den Battlefields von Münnerstadt schwirren immer noch die Erinnerungen an den vergangenen Samstag in den Köpfen der ETP-Team-Mitglieder. Mit Stolz geschwellter Brust konnten Sie im Zieleinlauf im Stadion als echte BraveHearts die begehrte “Medal of Honour” entgegennehmen – eine Ehre, die nicht allen Startern zuteil wurde.

Hier der Kampfbericht vom BraveHeartBattle 2011 des EnjoyThePain-Teams:

Coburger Team „EnjoyThePain“ besteht in der Hölle von Münnerstadt

12.03.2011. Nach langer, intensiver Vorbereitung war es am Samstag im unterfränkischen Münnerstadt endlich soweit. Für das Team mit Thomas Apfel, Michael König, Andreas Kücker, Silvio Schweinsberg und Markus Süsse fiel endlich der Startschuß zum Extrem-Hindernisrennen BraveHeartBattle.

Bei Deutschlands härtestem Crosslauf warteten 20 Kilometer und 40 Hindernisse auf die Athleten. Schon lange vor Beginn sammelten sich die fast 1.200 Mitstreiter im Stadion und stimmten sich mit basslastiger Rockmusik auf den bevorstehenden Challenge ein. Viele waren wild an Gesicht und sonstigen freien Körperstellen bemalt und phantasievoll kostümiert, dieser Run ist für viele Starter mehr ein Funlauf als ein Wettkampf auf Zeit.

Auch das EnjoyThePain-Team wollte neben der sportlichen Herausforderung vor allem auch die Stimmung des Events in vollen Zügen erleben. In der dritten Starterwelle durften sie dann auch endlich los und kurz hinter dem Stadion ging es zur Einstimmung gleich den steilen Waldhang hinunter. Hier war für viele der erste Moment mit Vollkörper-Bodenkontakt – es sollte nicht der letzte bleiben. Das nächste Hindernis war die gefürchtete 8m-Hangelbrücke „HangMan“ über die Lauer. Hier nahmen die Coburger gleich den schnellen, aber kalten Weg, sprangen in die Fluten und zogen sich am gegenüberliegenden glitschigen Hang wieder auf befestigtes Terrain. Die wärmende Frühlingssonne ließ die nassen Klamotten am Körper nicht weiter stören und nach ein paar Lauf-Kilometern war nach einer weiteren Flußdurchquerung ein Hindernis zum Durchrobben und Kriechen im Matsch vorbereitet. Im direkten Anschluß daran mußten die „BraveHeart-Wall“ aus Strohballen mit imponierenden 6 ½ Metern Höhe überwunden werden – spätestens hier war den Ausdauersportlern klar, daß sie sich von ihrem gewohnten Laufrhythmus für die nächsten 15 Kilometer verabschieden konnten. Immer wieder wechselten passabler Untergrund mit matschigen, glitschigen Streckenabschnitten ab, warteten Hindernisse zum Springen, Kriechen, Klettern über Hängebrücken oder Bergabrutschen ins Ungewisse auf die Teilnehmer. Gestapelte Autoreifen müssen überwunden werden und eine Reihe von Pneus der Länge nach durchrobbt werden. Klaustrophobische Gefühle in der extrem engen Gummiröhre inklusive.

Eine besondere Härteprüfung war die Durchquerung des „Death Valley“, eines unwegsamen Hohlwegs halb längs, halb direkt im Bachlauf drin, der ständig durch umgestürzte oder in den Weg ragende Baumstämme ein einfaches Durchkommen unmöglich machte. Am Talausgang dann wieder ein Kriechhindernis „Iron Curtain“, diesmal noch flacher und zur Motivation gut an den surrenden Transformatoren erkennbar mit Strom gespeist. Daß die Stromzufuhr wirklich funktionierte, davon hat sich Silvio mit seinem Allerwertesten persönlich überzeugt. Kein Vergleich aber gegen das folgende „Loch Ness“, ein Rückhaltebecken mit eiskaltem Wasser, das bis zum Hals reichte und über 20 Meter zu queren war. In der Mitte mit einer 2m-Tauchstrecke als Sahnehäubchen – hier wurden den Kämpfern auch die letzten noch trockenen Scheitelhaare mit trübem Wasser getränkt. Trotzdem war die Stimmung im Team immer noch bestens, auch wenn beim folgenden „Hamburger Hill“ viele Teilnehmer mit Beginn des mörderischen Anstiegs das Land des Lächelns verließen: quer über eine Wiese, steil immer höher hinauf über 150m durch den Wald zum höchsten Punkt des Laufs. Auf dem 402 m hohen Michelsberg mit seiner Kirchenruine war gleichzeitig auch der Wendepunkt und die Hälfte der Distanz geschafft.

Als auf dem folgenden Abstieg die 2 Meter tiefen Gräben zu überwinden waren, waren Läufer ohne Mannschaftsunterstützung chancenlos: hier kam keiner ohne fremde Hilfe die glitschigen, senkrechten Wände wieder hinauf. Aber bei den EnjoyThePain-Jungs konnte sich jeder auf den anderen verlassen, alle bewiesen ihren Teamspirit und auch dieses Hindernis wurde gemeistert. Bis zum Ziel mußten die fünf Läufer noch übers Feuer springen, große Heukugeln überwinden und mit Kies gefüllte BigBags hinter sich lassen. Als nach dem erneuten Bezwingen der BraveHeart-Wand aus Heuballen dann die beiden 2,5m hohen senkrechten Eskaladierwände aus Rundhölzern auftauchten, war der mitgereiste Fantross gerade richtig platziert, um mit frenetischem Lärm die Männer über die Hölzer zu peitschen. Nun ging es noch einmal durch die kühle Lauer und dann hieß es, die letzten Kräfte zu mobilisieren für den Endspurt der verbleibenden 5 km. Auch wenn bei dem ein oder anderen Mitstreiter der Drang zur Aufrechterhaltung der Konversation etwas nachließ, war die Stimmung bei allen prächtig! Als am Ende der mörderische „Killing Hill“ wieder zu erklimmen war und der Weg fast senkrecht durch den losen Waldboden wieder nach oben führte, mußten die Teammitglieder alles geben und sich trotz brennender Oberschenkel und schmerzender Waden durchbeißen.

Das Ziel im Münnerstädter Stadion und die „Medal of honour“ als Auszeichnung vor Augen waren die Motivation, nach der knochenharten Strecke auch die letzten Kilometer zu schaffen. Als glückliches Team, Arm in Arm, liefen die Fünf nach 3 Stunden und 3 Minuten ins Ziel und dürfen sich nun stolze „BraveHearts 2011“ nennen. Nach warmer Dusche und luftdichtem Verpacken der dreckigen, durchnässten Textilien, stärkten sich die Kämpfer mit fränkischer Bratwurst und einem großen Schluck Bier für die Heimfahrt. Hier wurde bereits über die nächste Herausforderung diskutiert, der sich das Team stellen will…

Der Schmerz geht – der Stolz aber bleibt! www.enjoythepain.de

Hier der Pressebericht als PDF

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